Elektrisiert

Ich schlage ein neues Kapitel in Sachen Mobilität auf: Wir bekommen ein Elektroauto. Im April bestellt, wird voraussichtlich im Juli ein(e) ZOE von Renault auf unserem Hof stehen. 

In Zukunft werde ich sicher den einen oder anderen Bericht zum Thema Elektromobilität und Erfahrungen mit der ZOE hier posten. Schon bevor es überhaupt losgeht, durfte ich als Gast bei Farina und Lucas in einer Podcast-Folge mitmachen und meine Ideen, Beweggründe und Erwartungen zum Elektroauto und zur Mobilität insgesamt ins Gespräch bringen. Farina hatte vor einigen Wochen ihr Auto gegen ein Lastenfahrrad eingetauscht – da lag es nahe, auch einmal über die Anschaffung eines Elektroautos zu plaudern.

Herausgekommen ist eine Dreiviertelstunde mit praktischen, politischen, philosophischen, technischen, ökologischen und sonstigen Gedanken und Erwägungen rund um das Elektroauto. Hört doch einfach mal rein:

EINFACHMALMACHEN – Podcast mit Farina und Lucas – Folge 31: Elektromobilität und die Zoe

Das Titelbild zeigt übrigens die ZOE, die ich vom Renault Munderloh in Oldenburg für eine 24-Stunden-Testfahrt ausgeliehen hatte.

Zukunft mit Beteiligung – Forum Kirche im Podcast

Welche Prioritäten setzt die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg angesichts zurückgehender Finanzmittel, rückläufiger Mitgliederzahlen und einer großen Personallücke in der Zukunft? Dieser Frage gehen die Synode und der Oberkirchenrat seit einiger Zeit nach – größtenteils hinter verschlossenen Türen und ohne die Beteiligung von betroffenen und engagierten Haupt- oder Ehrenamtlichen. Diese Intransparenz nervt und führt nicht zu besseren Ergebnissen, geschweige denn zu mehr Akzeptanz der Entscheidungen. Und darum hat sich vor einigen Monaten das FORUM KIRCHE gebildet. Unter dem Motto „Zukunft mit Beteiligung“ wollen sich die Aktiven des Forums für mehr Beteiligung stark machen, wenn es um die zukünftige Arbeit und Gestalt unserer Kirche geht.

Wie es zur Bildung des Forums gekommen ist und worum es dabei genau geht und wie man sich dort engagieren kann, darüber habe ich mich jetzt mit Lucas und Farina in deren Podcast einfachmalmachen unterhalten. 

Hört euch die Folge doch gleich mal an! Ihr findet sie unter diesem Link. Alle weiteren Infos zum Podcast von Farina und Lucas gibt es unter einfachmalmachen.media.

Das Titelbild zeigt Lucas, Farina und mich nach der Aufnahme. (Foto: Lucas Scheel)

Balafon – das westafrikanische Xylophon

Das Balafon ist in verschiedenen Musikkulturen Afrikas zu finden. Seinen Ursprung hatte es vermutlich im Gebiet des heutigen Mali. Genau dort, aber auch in Burkina Faso, Guinea und anderen westafrikanischen Ländern gibt es eine ausgeprägte Balafontradition. Seit kurzem bereichert ein solches Instrument mein Musikzimmer – darum möchte ich es hier kurz vorstellen. 

Das Balafon ist eine Urform des Xylophons. Es besteht aus Klangstäben, unter denen Kalebassen, also ausgehöhlte Flaschenkürbisse, als Resonanzverstärker angebracht sind – eine Kalebasse pro Klangstab, in der Größe passend zur Höhe des jeweiligen Tons. In die Kalebassen sind zwei oder drei kleine Löcher gebohrt, die mit einer dünnen Membran bedeckt sind. Diese Membran bestand früher aus Spinnenweben, heutzutage nimmt man aber dünne Kunststofffolie oder auch Zigarettenpapier. Diese Membranen werden beim Anschlagen der Hölzer in Schwingungen versetzt und ergeben einen schnarrenden Ton, den sogenannten Mirliton-Effekt. Der Klang des Holzes in Verbindung mit diesem Schnarren ergibt den typischen, unverwechselbaren Klang der Balafone.

Für die Klangstäbe wird normalerweise afrikanisches Palisanderholz verwendet, das übrigens seit Anfang 2017 auf der Artenschutzliste CITES II steht und daher bestimmten Handelsbeschränkungen unterliegt. Die Lamellen und die Kalebassen werden mit Schnüren an einem Gestell befestigt. Die Klangstäbe werden mit Holzschlägeln angeschlagen, die mit Naturkautschuk umwickelt sind.

Balafone gibt es mit einer unterschiedliche Anzahl von Klangstäben. Häufig sind Instrumente mit 15 oder 16 Holzstäben, es finden sich aber auch kleinere Balafone mit zwölf Lamellen oder große mit mehr als 20. Die Xylophone sind entweder pentatonisch (Oktave mit fünf Tönen) oder diatonisch (Oktave mit sieben Tönen) gestimmt. Mein Balafon ist ein pentatonisches in C-Dur mit der Tonfolge C-D-E-G-A. In Mali und Burkina Faso findet man unterschiedliche pentatonische Stimmungen, vor allem Balafone in A-Dur. In Guinea sind auch diatonische Balafone verbreitet.  

Der Name „Balafon“ stammt von den Malinke und besteht aus dem eigentlichen Namen des Instruments, „bala“, und dem Wort „fo“, das „sprechen“ bedeutet. 

Gespielt wird das Balafon im Ensemble mit zum Beispiel drei Instrumenten, wobei ein Balafon die Melodie übernimmt und die anderen beiden die Begleitstimmen spielen. Das Balafon kann aber auch solistisch eingesetzt werden oder in einem Percussion-Ensemble mit Djemben und Basstrommeln. 

Noch mehr Fotos von meinem Balafon habe ich auf meiner Portfolio-Seite veröffentlicht.

Vielen Dank an Gert Kilian für einige sachliche Korrekturen, die ich gern eingearbeitet habe.

Khassonké-Basstrommeln

Viele Trommler*innen, die sich mit westafrikanischer Percussion beschäftigen, entdecken die besondere Faszination der Basstrommeln, die das Spiel der Djembé begleiten. Die Guideline der Basstrommeln verortet die gespielten Rhythmen und macht sie identifizierbar. Basstrommler sind zudem die Timekeeper des Ensembles. Wenn die Funktion auch ähnlich ist – die Bauart der Basstrommeln ist regional durchaus unterschiedlich. So habe ich vor einiger Zeit hier im Blog die Konkonin-Basstrommel vorgestellt – eine besondere Trommelart der Khassonké in Mali. Heute geht es wieder um die Khassonké: Seit wenigen Tagen besitze ich nämlich ein komplettes Khassonké-Basstrommel-Set, das ich euch vorstellen möchte.

khassonke-setDieses Set besteht wie die traditionellen sonstigen Sets aus der Kenkeni (Konkonin), der Sangban und der Dununba. Die Trommeln sind aber nicht mit Kuhfellen, sondern mit enthaarten Ziegenfellen bespannt. Diese Häute sind empfindlicher als die dicken Rinderfelle. Sie werden daher nicht so straff gespannt, was für einen weicheren, sonoren Klang sorgt. Die üblichen Trommelstöcke würden den Ziegenhäuten sehr zusetzen. Darum werden diese Trommeln mit Krummstöcken angeschlagen, die über eine wesentlich größere Aufschlagfläche verfügen und daher die Wucht des Schlages besser verteilen. Denn auch wenn das Trommelfell empfindlich ist: Der Schlag wird trotzdem kräftig ausgeführt.

khassonke-detailDie Felle werden nicht mit Metallringen an der Trommel fixiert, sondern traditonell an Lederringe vernäht, die zu beiden Seiten auf den Trommelkorpus aufgezogen werden. In diesem Youtube-Video wird die Herstellung einer solchen Basstrommel gezeigt. Der Korpus meiner Trommeln besteht übrigens aus dem Holz des Kapok-Baumes (Bombax costatum). Das Set stammt von Djembé-Art, einem Fachgeschäft für afrikanische Trommeln.

khassonke-glocke-stockZum Spielen hängen sich die Basstrommler die Instrumente stehend über die Schulter – auch dies ein deutlicher Unterschied zu den sonstigen Basstrommeln, die zumeist auf Ständern stehend oder am Boden liegend angeschlagen werden. Auch werden an den Khassonké-Trommeln keine Glocken befestigt. Die Trommler halten vielmehr eine Glocke in der nicht dominierenden Hand und fixieren sie mithilfe eines Bands am Mittel- oder Zeigefinger. Angeschlagen wird sie mit einem Metallring, den der Spieler sich über den Daumen zieht. Die Glocke wird auf Kopfhöhe gehalten, während die Trommel recht tief und nahe am Boden hängt. Dieses Youtube-Video verdeutlicht die Spielweise. Die Kenkeni oder Konkonin wird zumeist ohne Glocke gespielt.

Mit diesem Set haben wir auch in unserer Trommelgruppe FOLIBA! Djembé Percussion die Chance, Khassonké-Rhythmen wie z. B. Diansa auf traditionellen Basstrommeln zu spielen und damit auch anderen die Faszination nahezubringen, die in diesen Trommeln liegt.