Djembé

Balafon – das westafrikanische Xylophon

Das Balafon ist in verschiedenen Musikkulturen Afrikas zu finden. Seinen Ursprung hatte es vermutlich im Gebiet des heutigen Mali. Genau dort, aber auch in Burkina Faso, Guinea und anderen westafrikanischen Ländern gibt es eine ausgeprägte Balafontradition. Seit kurzem bereichert ein solches Instrument mein Musikzimmer – darum möchte ich es hier kurz vorstellen. 

Das Balafon ist eine Urform des Xylophons. Es besteht aus Klangstäben, unter denen Kalebassen, also ausgehöhlte Flaschenkürbisse, als Resonanzverstärker angebracht sind – eine Kalebasse pro Klangstab, in der Größe passend zur Höhe des jeweiligen Tons. In die Kalebassen sind zwei oder drei kleine Löcher gebohrt, die mit einer dünnen Membran bedeckt sind. Diese Membran bestand früher aus Spinnenweben, heutzutage nimmt man aber dünne Kunststofffolie oder auch Zigarettenpapier. Diese Membranen werden beim Anschlagen der Hölzer in Schwingungen versetzt und ergeben einen schnarrenden Ton, den sogenannten Mirliton-Effekt. Der Klang des Holzes in Verbindung mit diesem Schnarren ergibt den typischen, unverwechselbaren Klang der Balafone.

Für die Klangstäbe wird normalerweise afrikanisches Palisanderholz verwendet, das übrigens seit Anfang 2017 auf der Artenschutzliste CITES II steht und daher bestimmten Handelsbeschränkungen unterliegt. Die Lamellen und die Kalebassen werden mit Schnüren an einem Gestell befestigt. Die Klangstäbe werden mit Holzschlägeln angeschlagen, die mit Naturkautschuk umwickelt sind.

Balafone gibt es mit einer unterschiedliche Anzahl von Klangstäben. Häufig sind Instrumente mit 15 oder 16 Holzstäben, es finden sich aber auch kleinere Balafone mit zwölf Lamellen oder große mit mehr als 20. Die Xylophone sind entweder pentatonisch (Oktave mit fünf Tönen) oder diatonisch (Oktave mit sieben Tönen) gestimmt. Mein Balafon ist ein pentatonisches in C-Dur mit der Tonfolge C-D-E-G-A. In Mali und Burkina Faso findet man unterschiedliche pentatonische Stimmungen, vor allem Balafone in A-Dur. In Guinea sind auch diatonische Balafone verbreitet.  

Der Name „Balafon“ stammt von den Malinke und besteht aus dem eigentlichen Namen des Instruments, „bala“, und dem Wort „fo“, das „sprechen“ bedeutet. 

Gespielt wird das Balafon im Ensemble mit zum Beispiel drei Instrumenten, wobei ein Balafon die Melodie übernimmt und die anderen beiden die Begleitstimmen spielen. Das Balafon kann aber auch solistisch eingesetzt werden oder in einem Percussion-Ensemble mit Djemben und Basstrommeln. 

Noch mehr Fotos von meinem Balafon habe ich auf meiner Portfolio-Seite veröffentlicht.

Vielen Dank an Gert Kilian für einige sachliche Korrekturen, die ich gern eingearbeitet habe.

über

Uwe Martens: Birdy. Bücher. Dansk. Djembé. Dram. Drum. FCSP. Foliba. Fotos. Kirche. Majiang. Musik. Oldenburg. Politik. PPP. PR. Web. Welt. Zukunft. 1959.

  1. Lieber Uwe,

    Herzlich willkommen in der internationalen Balafon-Community!
    Ich hoffe, Du kannst viel lernen aus dem Heft „Balafon Beat“ und der Doppel-DVD / Buch „The Balafon with Aly Keita & Gert Kilian“.

    beste Grüsse aus den Pyrenäen,
    Gert

    • Lieber Gert, ich freue mich sehr auf das Material! Vielen Dank für deine Hinweise zum Artikel, die ich gern aufnehme! Schön, dass sich unsere Wege so gekreuzt haben – wenn auch erst mal nur virtuell 🙂
      Und ich grüße zurück aus der norddeutschen Tiefebene!
      Uwe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.