Djembé

Khassonké-Basstrommeln

Viele Trommler*innen, die sich mit westafrikanischer Percussion beschäftigen, entdecken die besondere Faszination der Basstrommeln, die das Spiel der Djembé begleiten. Die Guideline der Basstrommeln verortet die gespielten Rhythmen und macht sie identifizierbar. Basstrommler sind zudem die Timekeeper des Ensembles. Wenn die Funktion auch ähnlich ist – die Bauart der Basstrommeln ist regional durchaus unterschiedlich. So habe ich vor einiger Zeit hier im Blog die Konkonin-Basstrommel vorgestellt – eine besondere Trommelart der Khassonké in Mali. Heute geht es wieder um die Khassonké: Seit wenigen Tagen besitze ich nämlich ein komplettes Khassonké-Basstrommel-Set, das ich euch vorstellen möchte.

khassonke-setDieses Set besteht wie die traditionellen sonstigen Sets aus der Kenkeni (Konkonin), der Sangban und der Dununba. Die Trommeln sind aber nicht mit Kuhfellen, sondern mit enthaarten Ziegenfellen bespannt. Diese Häute sind empfindlicher als die dicken Rinderfelle. Sie werden daher nicht so straff gespannt, was für einen weicheren, sonoren Klang sorgt. Die üblichen Trommelstöcke würden den Ziegenhäuten sehr zusetzen. Darum werden diese Trommeln mit Krummstöcken angeschlagen, die über eine wesentlich größere Aufschlagfläche verfügen und daher die Wucht des Schlages besser verteilen. Denn auch wenn das Trommelfell empfindlich ist: Der Schlag wird trotzdem kräftig ausgeführt.

khassonke-detailDie Felle werden nicht mit Metallringen an der Trommel fixiert, sondern traditonell an Lederringe vernäht, die zu beiden Seiten auf den Trommelkorpus aufgezogen werden. In diesem Youtube-Video wird die Herstellung einer solchen Basstrommel gezeigt. Der Korpus meiner Trommeln besteht übrigens aus dem Holz des Kapok-Baumes (Bombax costatum). Das Set stammt von Djembé-Art, einem Fachgeschäft für afrikanische Trommeln.

khassonke-glocke-stockZum Spielen hängen sich die Basstrommler die Instrumente stehend über die Schulter – auch dies ein deutlicher Unterschied zu den sonstigen Basstrommeln, die zumeist auf Ständern stehend oder am Boden liegend angeschlagen werden. Auch werden an den Khassonké-Trommeln keine Glocken befestigt. Die Trommler halten vielmehr eine Glocke in der nicht dominierenden Hand und fixieren sie mithilfe eines Bands am Mittel- oder Zeigefinger. Angeschlagen wird sie mit einem Metallring, den der Spieler sich über den Daumen zieht. Die Glocke wird auf Kopfhöhe gehalten, während die Trommel recht tief und nahe am Boden hängt. Dieses Youtube-Video verdeutlicht die Spielweise. Die Kenkeni oder Konkonin wird zumeist ohne Glocke gespielt.

Mit diesem Set haben wir auch in unserer Trommelgruppe FOLIBA! Djembé Percussion die Chance, Khassonké-Rhythmen wie z. B. Diansa auf traditionellen Basstrommeln zu spielen und damit auch anderen die Faszination nahezubringen, die in diesen Trommeln liegt.

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