Kommunikation

Nomen est omen: Die Namensfrage

Wahrscheinlich sollte ein Blog einen Namen haben. Einen Titel, der originell ist, auf den Inhalt verweist, nüchtern oder pathetisch ist. Mit Wiedererkennungswert. Soweit der Anspruch. Aber wie findet sich ein solcher Name?

Dieser Blog hat ein längere Namensgeschichte hinter sich. Angefangen habe ich im Jahr 2005 mit „um.bloggt“. Nach diesem Muster hatte ich auch die Kategorien benannt: um.spielt, um.liest, um.blickt zum Beispiel. Mangels kreativer Einfälle hat dieser Blog-Name jahrelang halten müssen.

Als ich mich dann entschied, die Domain um.cx zu kaufen, habe ich den Blog schmucklos in „www.um.cx“ umbenannt. Denn diese zwar kurze, aber ungwöhnliche Domain wollte unters Volk gebracht werden, und das war schwieriger als erhofft. Durch die Präsenz im Namen wollte ich daher zugleich die Adresse promoten, die offenbar trotz der Kürze nicht so einprägsam ist.

ums.leben

Udo Lindenbergs Liedzeile „Nimm dir das Leben und lass es nicht mehr los, denn alles, was du hast, ist dieses eine bloß“ hat mich dazu gebracht, nach einiger Zeit doch wieder einen Blogtitel mit inhaltlicher Bedeutung zu wählen: „ums.leben“. Nein, keine Anleitung zur Selbsttötung oder zum Morden, sondern im Gegenteil: Ein Dokument meines vielfältigen, spannenden und recht lebendigen Alltagslebens sollte es werden.

Der Untertitel, den ich damals wählte, wurde kurz danach zum Hauptnamen des Blogs: „ums.notizblog“ sollte ein wenig bescheidener daherkommen. Schließlich bewege ich hier nicht die großen Themen, sondern eher die Kleinigkeiten, die eben so auf oder in einen Notizblock, äh, pardon, Notizblog passen.

Aber auch dieser Name gefiel mir nicht wirklich. Ich fand ihn nicht einprägsam genug, zu beliebig, zu wenig mit mir verbunden. Dann endlich vor ein paar Monaten fiel es mir wie Schuppen von den Augen: „Krachmachergasse“! Ein passender Name? Er scheint zunächst auch nur bedingt originell zu sein, weil alle sofort an die „Kinder aus der Krachmacherstraße“ von Astrid Lindgren denken.

Ein Gassenfest

Doch der Name hat bei mir einen historischen Hintergrund. In den 1990er Jahren haben wir nämlich unserer Auffahrt, die zu dem auf einem Hintergrundstück liegenden Doppelhaus führt, dessen eine Hälfte wir bewohnen, mit einem tollen Gassenfest mit allen Nachbarn den Namen „Krachmachergasse“ gegeben. Nicht von ungefähr, denn die vielen Kinder, die sich hier immer zum Spielen versammelten, brachten wirklich viel Trubel in unsere „Krachmachergasse“.

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Zur Namensgebung wurde natürlich auch ein von mir angefertiges Straßenschild angebracht, das bis zum Sommer 2013 in der Gasse hing. Vor ein paar Wochen habe ich es abgenommen, um es zu restaurieren. Vermutlich werde ich es aber dort nicht mehr aufhängen – die Gasse ist ruhiger geworden, nachdem die Kinder erwachsen sind. Es wird einen anderen Ehrenplatz erhalten.

Erinnerung wachhalten

„Krachmachergasse“ also. Denn in dieser Gasse wohne ich. Und auch der Blog soll hin und wieder so sein: Nicht ständig von Gebrüll und Krach erfüllt, aber durchaus auch mal laut und turbulent, wenn es angesagt ist. Bei diesem Namen werde ich wohl länger bleiben. So kann ich auch die Erinnerung an unsere Gassentradition der letzten knapp 20 Jahre wachhalten.

Das Titelbild ist übrigens das besagte Gassenschild. (So muss ich nicht extra eine Titelgrafik gestalten.) Ich verwende es momentan in allen verbundenen Webpräsenzen, also den drei Säulen dieser Webseite und auch bei Facebook und Twitter. Damit alle Besucherinnen und Besucher sich schnell orientieren und einen Zusammenhang zwischen den Seiten herstellen können. Die Domain „krachmachergasse.de“ führt allerdings nicht direkt zum Blog, sondern zu meiner Social-Media-Übersichtsseite. Was insofern passt, als es dort doch häufig lauter zugeht als hier im Blog.

Autor

Uwe Martens: Birdy. Bücher. Dansk. Djembé. Dram. Drum. FCSP. Foliba. Fotos. Kirche. Majiang. Musik. Oldenburg. Politik. PPP. PR. Web. Welt. Zukunft. 1959.

5 Kommentare

  1. Daher der Name. Ich kenne „Krachmachergasse“ von deinen Bildern schon etwas länger und dank deinem Beitrag hier kenne ich nun auch den geschichtlichen Hintergrund und finde unter dem Gedanken den Titel für das Blog auch echt passend und gut.

    Ich selbst tue mich mit dem Titel für mein Blog auch schwer, habe in den letzten Wochen glaube ich aber auch einen passenden Titel gefunden.

    Wichtig ist aber vor allem: immer in Bewegung sein und dazu gehören eben auch Anpassungen bei Titeln und Design. 🙂 Ich freue mich auf jeden Fall auch weiterhin auf die bunte gemischten Beiträge hier in der Krachmachergasse.

    1. Ja, Lucas, davon kannst du ausgehen: Es wird auch weiterhin bunt sein! Dieser Blog ist ja eine Spiel- und Experimentierwiese, ein kleines Labor sozusagen. Da werde ich immer mal wieder verschiedene Substanzen zusammenkippen und beobachten, was passiert.
      Mit der Wahl eines Namens oder Mottos ist es schon seltsam: Mitunter übersieht man das, was total naheliegend ist. Und findet eine Lösung nach langem Nachdenken dann eher zufällig.
      Dein „Soundtrack meines Lebens“ gefällt mir übrigens sehr. Das zeigt, es geht immer auch um dich, nicht um zufällige Themen. Es erzählt Dinge, die miteinander zu tun haben und alle Sinne ansprechen. Auch da bin ich gespannt, wie es weitergeht!

      1. Freut mich, dass es weiter geht wie bisher 🙂

        Der „Soundtrack meines Lebens“ ist ja auch eine Art Neustart gewesen, wie du vielleicht gesehen hast? Ist nicht ganz so auffällig, aber ich habe mich ganz drastisch von alten Dingen verabschiedet und neue Dinge gewagt.

  2. Nachtrag: Die drei Säulen des Webauftritts gibt es nicht mehr, ich habe wieder alle Teile auf dieser Webseite konzentriert, die anderen Domains (u.a. auch Krachmachergasse) aufgegeben. Aber hier bleibt es (zunächst) bei diesem Namen – nun ergänzt um den älteren Teil „um.s Notizblog“.

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