Djembé

Djembé Rhythm Reference

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Woher bekommen Djembé-Spieler/innen, die sich insbesondere den westafrikanischen, traditionellen Rhythmen z.B. aus Guinea, Mali und der Elfenbeinküste verschrieben haben, ihr musikalisches Futter? In erster Linie werden die Rhythmen von Trommellehrer/innen in Kurse und Workshops vermittelt. Profis reisen direkt nach Afrika und erleben dort den Puls dieser Musik. Gibt es auch Chancen für Trommler, die auf das begrenzte Angebot an Djembé-Ausbildung in ihrer Region angewiesen sind? 

Es gibt Djembéliteratur, die auch Notationen von traditionellen Rhythmen enthält, häufig mit Begleit-CDs, was die Erarbeitung der einzelnen Grooves erleichert. Auf die Tasumakan-Video-Lektionen mit Paddy Cassidy habe ich früher schon einmal hingewiesen. Bisher sind in dieser Reihe aber erst vier Rhythmen erschienen.
Ein weiteres Projekt unter dem Namen „Rhythm Reference“ ist im Internet verfügbar. Der Meister-Trommler Fara Tolno hat 50 verschiedene traditionelle Rhythmen eingespielt und dokumentiert, einige in mehreren Varianten. Diese Rhythmen gibt es als mp3-Dateien, die auf Computern oder mit MP3-Playern abgespielt werden können.

Für jeden Rhythmus gibt es die Djembé-Begleitungen und die Begleitstimmen der Basstrommeln. Außerdem können Solostimmen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad heruntergeladen werden sowie „Play-Along-Tracks“ – das sind 30minütige Arrangements des kompletten Ensembles, die hervorragend zum Üben einzelner Stimmen oder Soli geeignet sind. Für die Basstrommeln gibt es eine Variante, in der die Dununba, die Sangban und die Kenkeni einzeln gespielt werden, aber auch den sogenannten „Ballet Style“, bei dem eine einzige Person auf allen drei Trommeln spielt.

Für die Djembé-Begleitungen und die Basstrommeln ist die Notation auch schriftlich als PDF-Dokument beigefügt. Für die Solo-Stimmen fehlt dies leider, aber geübtere Trommler werden diese Notationen bei Bedarf selber erstellen können.

Das Rhythm-Reference-Projekt kann in einzelnen Paketen erworben werden (Djembé-Begleitungen, traditionelle Basstrommel-Begleitung, Basstrommeln im Ballet-Style, Solostimmen, Play-Along-Tracks). Wer verschiedene Pakete kombiniert oder sogar das komplette Projekt kauft, kann gegenüber dem Einzelkauf Geld sparen.

Für blutige Anfänger ist die „Audio-Enzyklopädie“ von Fara Tolno nicht geeignet. Für die ersten Schritte an den westafrikanischen Trommeln braucht es das persönliche Coaching durch eine/n erfahrene/n Lehrer/in. Aber für diejenigen, die eine gewisse Sicherheit an den Instrumenten erlangt haben, ist das Projekt eine interessante Horinzonterweiterung. Auch hier gilt aber: Ohne Übung wird es nichts. Die Rhythmen wollen erarbeitet sein – was bei komplexeren Grooves auch mal richtig anstrengend sein kann. Die Webseite und die PDF-Dokumentation ist übrigens in englischer Sprache verfasst. Hier geht es zum Rhythm-Reference-Projekt.

Autor

Uwe Martens: Birdy. Bücher. Dansk. Djembé. Dram. Drum. FCSP. Foliba. Fotos. Kirche. Majiang. Musik. Oldenburg. Politik. PPP. PR. Web. Welt. Zukunft. 1959.

2 Kommentare

  1. Lieber Gert, in er Tat ist Paul Nas auch für mich eine inspirierende Quelle! Wenn ich neue Rhythmen entdecke und erarbeite, nutze ich sein Material im Abgleich mit vielen anderen Notationen, die ich zwischenzeitlich gesammelt habe. Ohne die Möglichkeiten des Internets wäre ich da sicherlich um viele Erfahrungen ärmer – hier in der Provinz ist der Zugang zu „Live-Ressourcen“ doch begrenzt.

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