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Für brisante Nachrichten: ReadThenBurn

Whistleblowing? Gibt es natürlich auch im Kleinen. Immer wieder erlebe ich es, dass mir jemand etwas mitteilen will, was brisant oder zumindest nicht für alle Ohren oder Augen bestimmt ist – und wo es vielleicht ganz ratsam ist, den Überbringer oder die Überbringerin der Botschaft nicht zu kennen. ReadThenBurn kann beim Weitergeben brisanter Inhalte hilfreich sein. 

Natürlich ist es mit anonymen Hinweisen so eine Sache – sind die Infos zuverlässig? Aber mitunter ergänzen solche Nachrichten ohnehin vorhandene Informationen und runden ein Bild ab. Oder sie geben mir einen Tipp, an welcher Stelle genaues Hinsehen und Nachfragen lohnen könnte. Grundsätzlich ist es mir schon lieber, meine Informanten und Informantinnen zu kennen – und selbstverständlich sichere ich allen Vertraulichkeit zu. Ich habe aber Verständnis für diejenigen, die sich vor den möglichen Konseqenzen des Whistleblowing schützen wollen.

Lange Zeit habe ich für die anonyme und nicht nachvollziehbare Kontaktaufnahme und Informationensübermittlung einen toten Briefkasten angeboten. Der Absender war anonymisiert und nicht nachverfolgbar, solange nicht ein Name oder eine Kontaktadresse angegeben wurde. Das von mir genutzte System wurde vor ein paar Tagen abgeschaltet. Ich werde wohl wieder einen solchen toten Briefkasten einrichten, habe mich aber noch nicht für einen Nachfolgedienst entschieden.

Ich möchte noch auf einen anderen Weg aufmerksam machen, Botschaften anonymisiert zu übermitteln. readthenburn.com ist eine Webseite, die Nachrichten verschlüsselt. Wer eine Nachricht senden will, trägt den Text in ein Browserfenster ein. Der Inhalt wird dann verschlüsselt unter einer individuellen Webadresse gespeichert. Der Link zu dieser Seite kann nun an den Empfänger gemailt werden. Wer Sorge hat, dass die Mail von Unbefugten ausgelesen wird oder wer unerkannt bleiben möchte, kann die Webadresse als QR-Code ausdrucken und dem Empfänger z.B. per normaler Post anonym zukommen lassen. Wird nun der Link aufgerufen, wird die Boschaft unverschlüsselt im Browser angezeigt – aber nur ein einziges Mal. Sobald das Fenster geschlossen wird, ist die Nachricht unwiederbringlich gelöscht – verbrannt, sozusagen.

readthenburn.com wird von BlackVPN angeboten, einem Webdienstleister, den ich schon seit einiger Zeit für anonymisiertes Surfen im Web nutze. Nicht erst seit dem NSA-Skandal ist es ja ratsam, in bestimmten Situationen anonym zu surfen, etwa wenn man sich mit vielen anderen Rechnern gemeinsam in einem offenen WLAN-Netz tummelt und sich vor Hackern schützen will. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Ich empfehle, sich ReadThenBurn einmal näher anzusehen. Gerade in Verbindung mit einem toten Briefkasten ist das eine interessante Option für alle, die Brisantes oder Vertrauliches mitteilen wollen.

Autor

Uwe Martens: Birdy. Bücher. Dansk. Djembé. Dram. Drum. FCSP. Foliba. Fotos. Kirche. Majiang. Musik. Oldenburg. Politik. PPP. PR. Web. Welt. Zukunft. 1959.

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