Fotokiste Kommunikation

Die Sache mit dem Vogel

Was soll das denn schon wieder, mögen sich manche Leserinnen und Leser fragen, wenn sie sich die Vogelsammlung in diesem Artikel ansehen. Es ist eigentlich ganz einfach: Bei der nächsten Hausaufgabe im Rahmen der Fortbildung, an der ich teilnehme, spielt die Kaiserswerther Taube eine gewisse Rolle. Mit Gerlind und Ulrike hatte ich bei wirklich miesestem Regenwetter während eines EM-Spiels einen Ausflug nach Kaiserswerth unternommen, um ein bisschen Diakonie-Atmosphäre zu schnuppern. 

Die mitgebrachten Vögel werden hier aus Gründen veröffentlicht. Die z.T. miese Bildqualität bitte ich zu entschuldigen – es sind einfache Handybilder, auf dem Diakonissen-Friedhof drohte das Gewitter, in der City pladderte es wie nix Gutes. Aber ihr könnt ja den Vogel trotzdem erkennen. „Er muss wachsen, ich muss abnehmen“ – na ja, das gilt wohl nur fürs Mutterhaus, nicht für die Taube.

 

über

Uwe Martens: Birdy. Bücher. Dansk. Djembé. Dram. Drum. FCSP. Foliba. Fotos. Kirche. Majiang. Musik. Oldenburg. Politik. PPP. PR. Web. Welt. Zukunft. 1959.

  1. Roland Kupski

    Vielen Dank, lieber Uwe,
    interessant. Offensichtlich war die Ikonographie nicht so streng, sondern eher inhaltlich bestimmt. Die sieben Sterne sind übrigens, als Information für die nicht ganz so Bibelfesten 😉 die sieben Gemeinden der Apokalypse (also der Offenbarung des Johannes – die Taube wird also konsequent neutestamentlich verstanden). Es ist theologisch hochinteressant, dass diese Sterne jetzt gar nicht mehr zu sehen sind, stattdessen aber der durchaus auch „säkulare“ Olivenzweig. Das soll jetzt kein „Spoiler“ sein, sondern eine Lesehilfe, weil ich auch erst einmal eine Weile brauchte, bis sich mir die Sterne erschlossen. Oder hat jemand noch eine andere Lösung?

  2. Danke, Roland, für diese Lesehilfe. Hast du eine Idee, was der Ausreißer mit den neun Sternen bedeutet? Offenbar gab es einmal eine frühe Phase, in der das „dran“ war (19. Jahrhundert). Ich habe die chronologische Entwicklung nicht richtig dokumentiert, weil mir das erst hinterher als Fragestellung bewusst geworden ist, aber ich kann auf den Bildern erkennen: ca. Geburtsjahrgang 1837 war 9 Sterne (Todesjahr Ende 19. Jahrhundert), aber ca. Geburtsjahrgang 1860 ist schon 7 Sterne (Todesjahr dann nach 1900).
    Die Taube über der Tür des Mutterhauses hat auch keine Sterne, sondern den Zweig. Wäre spannend zu wissen, wie sich das Logo der Einrichtung seit der Gründung verändert hat. Auf den aktuellen Grabsteinen wird ja immer noch die Taube mit den 7 Sternen und nicht das derzeitige Einrichtungslogo abgebildet. Die Diakonissen haben offenbar ein anderes CD als die Einrichtung. Was ja auch ganz wohltuend ist.

  3. Roland Kupski

    ….vielleicht ein Steinmetz mit Dyskalkylie? Die Zahl 9 ist in der christlichen Symbolik extrem selten, auf Anhieb fällt mir da nichts ein. „Per aspera ad astra“ könnte ein Motiv sein (durch Mühe zu den Sternen), denn die Taube fliegt ja nach oben (!), aber das ist wahrhaftig kein christliches, und schon gar nicht ein protestantisches Motiv (…“allein aus Glauben…“).

  4. Gerlind Heckmann

    Das ist ja alles hoch interessant!
    Ich oute mich jetzt als eine der nicht so Bibelfesten und frage nach der neutestamentlichen Bedeutung der Taube. Die von Noah mit dem Ölzweig symbolisiert doch neues Leben, Hoffnung, Frieden – was alles ganz gut zu einer diakonischen Einrichtung passt.
    Muss ich mir zum CD der Kaiserswerther Diakonie nun ganz neue Gedanken machen?

  5. Nadja Winter

    Hallo Gerlind,
    ich bin da ganz bei Dir und sehe das genauso.
    Die Sterne lasse ich völlig außer Acht. Mich interessieren eher Taube und Ölzweig und wie diese im Signet angeordnet sind. Mal sehn! Bisher weiß noch nicht ganz genau, wo es hingehen soll, aber ich weiß auch nicht, was ich Frau Sonderhüsken fragen sollte. Na ja, heute Nachmittag telefonieren ich mal mit Hans-Jörg. Vielleicht sehen wir dann klarer 🙂
    Liebe Grüße
    Nadja

  6. Roland Kupski

    Die Sterne symbolisieren die Überwindung des Bösen in Gestalt von Anfechtung und Unglauben, den Kampf gegen den Teufel und den Sieg Christi und des Geistes am Ende der Zeiten. Deswegen auch die aufstrebende Taube. Das war und ist für Diakonissen-Frömmigkeit alten Stils, die sehr vom Gedanken der Berufung lebte, von großer Bedeutung – und entspricht eben nicht mehr zeitgenössischer Frömmigkeit (jedenfalls im allgemein-religiösen und volkskirchlichen Kontext. In „frommen“ Kreisen ist das ganz anders!) Ich finde es interessant, dass der Wandel der christlichen Frömmigkeit am Verschwinden der Sterne deutlich zuerkennen ist und man die Taube etwas mehr „weichspülte“. Die altestamentliche Friedenstaube ist in 1. Mose 8,11 zu finden, die neutestamentliche Taube als Symbol des Geistes in Markus 1 und den entsprechenden Parallelen in den anderen Evangelien.
    Was ich Frau Sonderhüsken fragen soll, weiß ich so recht auch nicht, weil im Ganzen so recht gar nicht weiß, was ich tun soll…..Grafik ist echt nicht mein Ding.

  7. Kathleen Kampes

    ich bin auch sofort an den Sternen hängen geblieben, konnte mir aber keinen Reim drauf bilden. Ich hab dann was viel banaleres vermutet, irgendeine Zählweise, z.B. wieviel Jahrzehnte die Diakonissen dabei sind (wobei 9 schon unrealistisch ist) oder wieviele Schwestern sie angeworben haben 🙂 – ist für unsere Arbeit ja aber letztlich auch egal.
    Ich muss sagen, ich mag die Taube, gerade auch in dieser zarten Darstellung und in der Verbindung zwischen altem und neuen Testament und als christliches Symbol, dass man auch ohne Hintergrund gut findet.
    Nun ja, jetzt mal an die Arbeit – auch wenn ich noch keinen Plan habe.

    Grüße und einen schönen Urlaub, Eure Kathleen

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