In meinem Job war es schon häufiger meine Aufgabe, Kolleginnen und Kollegen zu verabschieden, die die Stelle wechselten. Gelegentlich habe ich dazu auf einen Text von Carmen Rohrbach zurückgegriffen:

Der Abschied von der Beduinenfamilie ist wie üblich knapp und kühl. Eigenartig, man wird willkommen geheißen wie ein Freund, aber man geht wie ein Fremder. Während Ankommende freudestrahlend mit warmherzigen Umarmungen, unentwegtem Händeschütteln und großzügiger Bewirtung begrüßt werden, sagt man zum Abschied einfach ma’a-salama und geht auseinander. Bevor man noch den Rücken gewendet hat, kehren die Leute an ihre Alltagsarbeit zurück …

Die Erklärung mag in einer seit Jahrtausenden geprägten Lebensweise liegen. Bei einem Volk der Nomaden und Händler waren wiederholte Trennungen nicht zu vermeiden, und jedesmal konnte es für immer sein. Trennungsschmerz aber lähmt und schwächt wie eine Krankheit … Gefühlvolle Zeremonien waren gefährlich, da sie die Trennung ins Licht des Bewußtseins heben. Der Abschied ist leichter zu ertragen, wenn der Reisende unauffällig verschwindet, als ginge er gar nicht wirklich fort. Sieht man sich wieder, ist die Freude übergroß, und es ist, als sei man nicht getrennt gewesen.”

(Carmen Rohrbach: Im Reich der Königin von Saba – Auf Karawanenwegen im Jemen; München, 4. Aufl. 2000, S. 102)

 

Jussi lässt auf sich warten

Eigentlich sollte es in einer Woche soweit sein: Der nächste Band der Afdeling Q-Serie von Jussi Adler-Olsen war für den 12. Dezember angekündigt. Schon im Sommer munkelte man aber, dass dem Autor die Geschichte nicht so planmäßig flüssig in die Tasten geht. Und das, wo Adler-Olsen doch insgesamt 10 Bände mit dem ermittelnden Kommissar Carl Mørck schreiben und eigentlich jedes Jahr ein Buch der Serie auf den Markt bringen wollte. Neuer Erscheinungstermin für Band 5 (noch ohne Titel) ist jetzt der 28. Mai 2012. Ich bin gespannt.