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exzellenzgesellschaft

buch von gunter dueckwir stehen am ende der dienstleistungsgesellschaft. der übergang in eine gesellschaft, in der der quartäre sektor die entscheidende größe ist, hat bereits begonnen. viele jobs im dienstleistungsbereich wird es zukünftig nicht mehr geben – denn wir haben das internet, das zur industrialisierung von dienstleistungen führt. der weg in die wissensgesellschaft ist vorgezeichnet. darum brauchen wir eine neuausrichtung unseres bildungssystems und eine neue verständigung über das, was unsere zukunft ausmachen wird. jeder muss studieren – die jobs der zukunft fordern multikompetente persönlichkeiten: das sind die thesen und forderungen von gunter dueck, die er in seinem buch aufbrechen – warum wir eine exzellenzgesellschaft werden müssen entfaltet.

gunter dueck? ich kannte ihn vor der diesjährigen re:publica nicht, muss ich zu meiner schande gestehen. fast hätte ich ihn auch jetzt noch nicht kennen gelernt, weil ich krankheitsbedingt gar nicht an diesem kongress in berlin teilnehmen konnte. Aber es gab glücklicherweise den livestream der veranstaltung im internet, und so ist er mir begegnet, der matheprofessor, philosoph und cheftechnologe bei ibm. in seinem vortrag das internet als gesellschaftsbetriebssystem (link aktualisiert -jetzt in besserer qualität!) analysiert gunter dueck die situation und die herausforderungen des gesellschaftlichen wandels auf mitreißende, faszinierende und so einleuchtende weise. ausführlicher nachzulesen in seinem neuesten buch: aufbrechen.

dueck zeichnet ein radikales bild vom wandel unser wirtschafts- und arbeitswelt. nicht das wissen steht im vordergrund, sondern die kompetenzen, mit denen wir einen entscheidenden entwicklungsvorsprung realisieren können, ja, mit denen innovationen überhaupt erst möglich werden. das recht auf bildung ergänzt er um den willen zur bildung. willen, das ist für dueck ohnehin eine entscheidene kategorie. ohne den festen willen zur veränderung wird unsere gesellschaft die zukunft nicht gestalten, sondern nur nachvollziehen, ist er überzeugt.

wer gunter dueck (auch) noch nicht kennt: der vortrag auf der re:publica 11 (auf youtube) und dieses buch (erschienen 2010 im eichborn verlag) sind ein spannender einstieg. und wer dann auf den geschmack gekommen ist, kann noch mehr „wild dueck“ genießen: auf seiner webseite omnisophie.com und in zahlreichen büchern, die in den letzten 10 jahren veröffentlicht hat. eine empfehlung für alle, die sich mit dem zustand unserer gesellschaft, besonders unseres bildungssystems befassen, und für alle, die in der erfindung des internets eben nicht den untergang des abendlandes wittern.

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