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pooh’s corner

ohne zweifel ist harry rowohlt einer der großartigsten vorleser unserer zeit. wer das noch nicht erlebt hat, dem seien seine hörbücher mit ardaghs eddie-dickens-trilogie (schlimmes ende usw.) empfohlen, oder der monumentale tristram shandy oder flann o’briens “auf schwimmen-zwei-vögel”. dankenswerterweise ist rowohlt nicht nur übersetzer und vorleser, sondern auch verfasser der kolumne “pooh’s corner” in der wochenzeitung “die zeit”.

nun ist das beste aus pooh’s corner und noch einiges mehr aus der feder von harry rowohlt bei kein & aber neu oder erstmals erschienen.

in den sammelbänden “pooh’s corner – meinungen eines bären von sehr geringem verstand – gesammelte werke 1989 – 1996” und “1997 – 2009” ist lebendigst nachzuvollziehen, was rowohlt zum würdigen nachfolger von laurence sterne macht. ist er doch wie jener ein meister des epischen apropos. (nicht umsonst der cd-titel eines mitschnitts einer rowohlt-lesung: “der paganini der abschweifung”). so genial nebensächliches mit tragischem zu verbinden, so lapidar den kern menschlichen lebens beschreibend – und so brutal liebenswert entlarvend. und das schönste: beim lesen hört man geradezu den sonoren tonfall, in dem harry rowohlt genau diese beiläufigkeit präsentieren würde. ein vorbild in der prägnanz übrigens auch die in den sammelbänden veröffentlichten film- und buchkritiken des meisters.

bleibt jedesmal die frage: wir kann es überhaupt sein, dass in dem doch eher biederen wochenblatt eine solche kolumne platz findet? und es bleibt die dankbarkeit, dass rowohlt nicht als verlegererbe versackt ist (okay, jetzt sind vielleicht auch die obligatorischen 5 euro spende fällig …). rowohlt-fans und solche, die es werden wollen: lesen!!!!

über

Uwe Martens: Birdy. Bücher. Dansk. Djembé. Dram. Drum. FCSP. Foliba. Fotos. Kirche. Majiang. Musik. Oldenburg. Politik. PPP. PR. Web. Welt. Zukunft. 1959.

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