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atomklo bad zwischenahn

entsetzen im ammerland am letzten donnerstag: hans-heinrich sander, niedersächsischer minister für umwelt und klimaschutz, hatte verkündet, dass bad zwischenahn noch immer als endlager für hochradioaktive abfälle in frage kommt. auf die frage nach der zukunft der erkundung eines endlagers in gorleben hatte der fdp-minister gesagt, nach gorleben wären andere standorte in niedersachsen, namlich in zwischenahn und im emsland, ernsthaft zu prüfen. schließlich hatten bereits erste erkundungen in den 70er jahren ergeben, dass der ort am zwischenahner grundsätzlich geeignet wäre.

wie nicht anders zu erwarten, war das geschrei gerade bei denen am größten, die doch die eifrigsten befürworter der atomenenergie sind. so beeilten sich fdp- und cdu-größen im ammerland, darunter der cdu-bundestagskandidat und staatssekretär kossendey, der cdu-landtags- und kreistagsabgeordnete nacke sowie fdp-vertreter aus gemeinderat und kreistag, die sander-äußerung sogleich zu entkräften. der cdu/fdp-nahe landrat bensberg sprach sogar laut nwz-bericht von einer “seit jahren im sommerloch wiederkehrenden diskussion”, die jeder grundlage entbehre und schlichter unsinn sei. unsinn?

immerhin ist sander der fachminister für de atomaufsicht in niedersachsen. wer wenn nicht er sollte am ehesten über die geheimen planungen der zuständigen stellen bescheid wissen? sicherlich ist sander nicht gerade der inbegriff des politischen talentes in der landesregierung. aber was sollte uns glauben lassen, dass der zuständige sander bezüglich der atomklo-planungen für bad zwischenahn weniger wüsste als der landrat oder andere politiker der region?

regen sich diese herrschaften denn eigentlich über die skandale im atommülllager asse ebenso auf? protestieren sie gegen den standort gorleben genauso lautstark? bisher wohl nicht: wann immer wir von der grünen fraktion im kreistag z.B. auf die risiken für das ammerland durch das akw unterweser in esenshamm hingewiesen haben, nötigten wir gerade diesen herren nur ein müdes lächeln ab – und den hinweis auf die vorherrschenden windrichtungen, die uns im ernstfall verschonen würden. politischer dilettantismus in reinkultur.

aber es ist ja nie zu spät für einen sinneswandel! so rate ich allen, die zurecht gegen das atomklo in zwischenahn protestieren, die wurzel des übels an den wurzeln zu packen und am kommenden samstag mit zur demo nach berlin zu kommen: mal richtig abschalten! atomkraft – nein danke! und dann können wir im kreistag auch endlich darüber diskutieren, wie wir auf der kommunalen ebene dazu beitragen können, den wandel hin zu regenerativer energiegewinnung zu beschleunigen.

also: am 5. september: auf nach berlin – bevor es auch fürs ammerland zu spät ist!

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