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wieder ein buch …

… das zu lesen lohnt! immerhin hatte sherko fatah es mit “das dunkle schiff” auf die shortlist für den deutschen buchpreis geschafft – wäre meines erachtens aber auch ein würdiger gewinner gewesen.
die geschichte: kerim, ein junger iraker, erlebt die schrecken des regimes unter saddam hussein und wirren des krieges im irak; findet sich auf der seite der gotteskrieger wieder, kann sich dieser verstrickung durch die flucht nach berlin aber entziehen. zunächst – denn sein früheres leben holt ihn wieder ein.
der autor fatah, 1964 in berlin geboren, in der ddr aufgewachsen, in den 70ern nach west-deutschland übersiedelt, beschreibt die kulturellen, religiösen, politischen konflikte und gewissensnöte der protagonisten in erstaunlich ruhiger weise, ohne sensation, mit großer sympathie für die leidenden menschen. richtig oder falsch – das ist nicht die frage in der betrachtung der lebenswege; es geht um das unausweichliche, schicksalshafte, menschliche, auch die unmenschlichkeit der verhältnisse. fatah fädelt dieses buch in die aktuelle geschiche des irak der letzten jahre, auch des islamischen fundamentalismus, ohne reißerisch oder aufdringlich zu werden. er beschreibt geschichte als werden und vergehen; und jeder leser, jede leserin finde seine und ihre eigene bewertung von moral, von gut und böse! ein nachgehendes, nachdenkliches buch, ohne happy end. sehr lesenswert!

über

Uwe Martens: Birdy. Bücher. Dansk. Djembé. Dram. Drum. FCSP. Foliba. Fotos. Kirche. Majiang. Musik. Oldenburg. Politik. PPP. PR. Web. Welt. Zukunft. 1959.

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